Geschichte

Von damals bis heute

Die Idee, eine Musikkapelle zu gründen, wurde mehr durch Zufall geboren. Fünf mutige Musikanten – Johann Platter, Johann Lanthaler, Hans Weger, Josef Oberprantacher und Franz Haller – gesellten sich zusammen und spielten an Weihnachten nach der Christmette das „Stille Nacht“. Nach dieser Tat setzte sich in den Köpfen von Johann Lanthaler (Wanserhof), Johann Platter (Stürmerhof) und Franz Haller (Santlhof) immer mehr der Gedanke fest, eine eigene Musikkapelle zu gründen.

Bestimmt trug auch der damalige Zeitgeist dazu bei. Allerorts herrschte Aufbruchstimmung – die während der Faschistenzeit verbotenen Musikkapellen und Vereine wurden der Reihe nach wiedergegründet.
Es sollte noch drei Jahre dauern, bis aus der Idee Wirklichkeit wurde.

Im Frühjahr 1952 kam es zu ersten Vorgesprächen mit der Bürgerkapelle Untermais. Dabei wurde vereinbart, der Bürgerkapelle Untermais 15 Instrumente abzukaufen. Im Gegenzug dazu musste die Bürgerkapelle Untermais sich dazu verpflichten, einen Ausbilder für die neuen Musikanten nach Walten zu schicken. Und hier hatten die Waltner großes Glück: Mit Luis Gögele vom „Unterbreitenberger Hof“ in Meran/Freiberg erhielten sie einen sehr erfahrenen Lehrmeister, der geprägt war von Disziplin, Zielstrebigkeit, Leidenschaft und Idealismus.

Nun konnte man mit der Gründung der Musikkapelle Walten beginnen. Man sprach junge Burschen an und es zeigte sich, dass die Begeisterung groß war. Am 8. September 1952 war es dann so weit – die Instrumente konnten im Waltner Widum ausgeteilt werden. Die offizielle Gründung erfolgte am 14. September 1952 beim Stürmerhof in Walten.

Sofort nach der Gründung am 14. September 1952 wurde mit den Probearbeiten begonnen. Bereits gut zwei Monate später, am 25. November – dem Cäciliensonntag – konnte die junge Kapelle in der Waltner Antoniuskirche die „Haydn-Messe“ zur Aufführung bringen. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Musikanten ihr Instrument erst von Grund auf erlernen musste. Das spricht wohl zum einen für ein ausgefeiltes System des Lehrmeisters Luis Gögele und zum anderen für einen ausgeprägten Ehrgeiz der Musikanten. Die Proben der Musikkapelle Walten fanden nun zweimal wöchentlich statt. Für jede Probe musste man an Kapellmeister Alois Gögele 2000 Lire bezahlen. Jeder Musikant hatte seinen Anteil selbst zu bezahlen, egal ob anwesend oder nicht anwesend. Für viele Familien bedeutete dies eine erhebliche finanzielle Belastung. Der Freude und dem Ehrgeiz der jungen Musikanten taten auch die widrigsten Umstände keinen Abbruch. Umstände wie schlechte Wege im Winter oder die Kälte und die mit 4 x 7 x 2m dimensionierte Waschküche des „Stürmerhofes“. Sie diente in den ersten 9 Jahren als Proberaum.

Mit den ersten Marschproben begann man im Jahr 1953. Unter der Stabführung von Kapellmeister Luis Gögele marschierte man offiziell das erste Mal im Gleichschritt bei der „Johannes-Prozession“ am 24.06.1953 nach Wans. Bereits zwei Jahre nach der Gründung der Musikkapelle Walten kam 1954 mit Johann Lanthaler (Wans) der erste Kapellmeister aus den eigenen Reihen. Unter ihm nahm die Kapelle 1955 anlässlich des Bezirksmusikfestes in Meran erstmals an einer Marschmusikbewertung teil. In der ersten Dekade der Musikkapelle Walten rückte man vor allem zu kirchlichen Anlässen aus. Bereits in den ersten Jahren trat die Musikkapelle Walten dem Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) bei.

Die Kapelle hatte sich mittlerweile zu einem beachtenswerten Klangkörper entwickelt. Schon 1960 hatte man das erste Mal an einer Konzertwertung teilgenommen. Man wagte sich gleich an die Mittelstufe und wurde mit dem 1. Rang mit Auszeichnung belohnt. Erfahren war man im Marschieren – drei Marschmusikwettbewerbe hatte man bisher sehr erfolgreich absolviert. Bis 1964 nahm die Musikkapelle Walten jedes Jahr an einem Marschmusikwettbewerb und noch einmal an einer Konzertmusikbewertung teil.

Trotz zunehmender Konzerttätigkeit überwiegten auch in der zweiten Dekade des Bestehens der Musikkapelle Walten die Ausrückungen zu kirchlichen Anlässen. Der Fleiß der Musikanten wurde belohnt durch die beliebten Ausflüge, welche seit 1954 fest im Jahresprogramm eingeplant waren. So ging die Reise 1962 das erste Mal nach Deutschland. Dabei entstanden in den folgenden Jahren Partnerschaften mit verschiedenen Musikkapellen, welche teilweise bis heute anhalten.

Anfang der 1970er Jahre wurde die Musikkapelle Walten von einer schweren Krise erfasst. Diese Tatsache spiegelt sich auch darin wider, dass in dieser Zeit mehrfach ein Kapellmeister- und Obmannwechsel stattfand. Der einsetzende Tourismus in Walten hinterließ seine Spuren. Die Disziplin und der Probenfleiß ließen bei manchen Musikanten nach. In der Kapelle kam Unmut und Unzufriedenheit auf. 1974 beschloss man sogar die Kapelle aufzulösen.

Es war vor allem der Verdienst von Ferdinand Haller (Stadele Ferdl), dass man letzten Endes doch noch aus dieser Krise fand. Überbrückt wurde diese schwere Zeit nicht zuletzt auch durch die Böhmische – eine Gruppierung innerhalb der Musikkapelle mit ca. 10 Musikanten. Durch sie konnte man weiterhin zu den kirchlichen Anlässen ausrücken. Nach insgesamt 25 Jahren als Kapellmeister legte 1981 Johann Lanthaler sein Amt nieder.

Einen Umbruch erlebte die Musikkapelle Walten in den 1980er Jahren. Es kam neuer Schwung und Leben in den Verein. Der Klangkörper verdoppelte sich in der 4. Dekade seines Bestehens von 22 Mann auf über 40 Mitglieder. Der Musikkapelle Walten traten während dieses Zeitabschnittes viele junge Talente bei. Eine neue Generation wuchs heran. Mit Christa Gufler und Dorothea Gufler nahm die Kapelle 1981 erstmals auch Mädchen in ihre Reihen auf. Die Ausbildung der Jungmusikanten gewann zunehmend an Bedeutung. Das mittlerweile zur Tradition gewordene Pfingstkonzert wurde 1987 eingeführt. Großen Anteil an dieser Entwicklung hatten Kapellmeister Ehrenreich Haller und Obmann Josef Gufler.

Am Ende der 4. Dekade vollzog die Musikkapelle Walten einen kompletten Führungswechsel. Mit Andreas Lanthaler gewann man einen talentierten Stabführer. Er sollte in den nächsten Jahren neue Maßstäbe setzen. Mit Adolf Augscheller hatte man 1990 wieder einen Kapellmeister aus den eigenen Reihen. Unter ihm erlebte die Musikkapelle eine enorme Leistungssteigerung. Rund um den neuen Obmann Andreas Augscheller formierte sich 1991 eine engagierte Führungsmannschaft.

Den wohl größten Entwicklungsschub in der Geschichte ihres Bestehens erlebte die Musikkapelle Walten während der 5. Dekade. Im Bereich „Musik in Bewegung“ setzte man neue Maßstäbe. Im Jahr 2000 trat die Musikkapelle Walten als erste Kapelle Südtirols in der Höchststufe E an und gewann in Roncone (TN) schließlich diesen internationalen Marschmusikwettbewerb überzeugend. Auch musikalisch entwickelte sich die Kapelle zu einem Klangkörper mit hohem Niveau, welcher höchstes Ansehen im ganzen Land genießt. Die seit 1991 bestehende Partnerschaft mit der Trachtenblaskapelle Ramsau bei München führte zu einem bis heute anhaltenden regen Kontakt mit gegenseitigen Besuchen und Gemeinschaftskonzerten. 

Aufbauend auf der erfolgreiche Entwicklung der Musikkapelle während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens, mit den dazugehörenden Unsicherheiten und Auf und Abs, setzte man in der 6. Dekade auf Kontinuität. Eine der Stärken war die Führungsebene mit dem konstanten Kern: 

  • Lanthaler Andreas, Stabführer seit 1989
  • Augscheller Adolf, Kapellmeister seit 1990
  • Augscheller Andreas, Obmann seit 1991

Zum langjährigen Führungsteam zählten daneben noch:

  • Haller Peter, Kassier seit 1991
  • Gögele Norbert, Vizeobmann seit 1994

Auf Kontinuität setzte man auch in Sachen Partnerschaft. Im Jahr 2011 feierte die Partnerkapelle Ramsau bei München ihr 40-jähriges Bestehen und gleichzeitig die 20-jährige Partnerschaft mit der Musikkapelle Walten. Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erlebte die Musikkapelle mit der Errichtung des neuen Probeheimes im Obergeschoss der neuen Feuerwehrhalle von Walten im Jahr 2006. Vom ersten Proberaum in der Stürmer Waschküche in den Jahren 1952-1961, zum Wechsel ins Widum von Walten, neuerlichen Umzug im Jahr 1963 in den Ausspeisungssaal der Grundschule Walten und Errichtung eines Proberaums im Unterdach der Grundschule Walten im Jahr 1986, war man nun endlich angekommen. 

Waren die ersten Jahre der 7. Dekade noch vorwiegend von Routine geprägt, so gab es vor allem in den letzten Jahren unvorhergesehene Veränderungen. Was die Mitgliederzahl betrifft, so musste im Jahr 2013 einer der größten Rückgänge verbucht werden. Über den 10-Jahres-Zeitraum verließen die Musikkapelle gut zwei Dutzend Mitglieder. Fast genauso viele kamen wieder dazu, sodass sich der Mitgliederstand von 50 im Jahre 2012 und 48 Mitgliedern im heurigen Jubiläumsjahr fast identisch zeigt. Neben den üblichen Jahresabläufen kamen immer wieder interessante Neuheiten dazu: Zu einer Erfolgsgeschichte entwickelten sich die beeindruckenden Herbert-Pixner-Projekt Seekonzerte am See unterm Jaufenkamm. Die Reihe endete mit dem 7. Konzert am 4. August 2019 mit über 2.000 Besuchern bei diesem letzten Konzert. Alle zwei Jahre seit 2012 findet im Herbst das Egerländerkonzert der Musikkapelle Walten statt. Die fünfte Ausgabe ging am 16. Oktober 2020, unmittelbar vor der erneuten Schließung aller kulturellen Veranstaltungen aufgrund der Pandemie über die Bühne. Einmalige Ereignisse waren die Filmaufnahmen zur Musiksendung „Klingendes Land“ im Jahre 2015 und die Beteiligung am Oktoberfest in München im Herbst 2017, zu welchem die Passeirer Musikkapellen und Schützenkompanien gemeinsam aufmarschierten. Zu einer schönen Tradition entwickelt sich gerade das regelmäßige Aufspielen über mehrere Samstagnachmittage beim Altersheim in St. Leonhard. Die letzten zwei Jahre wechselten wir uns mit der Musikkapelle St. Leonhard ab. Ab heuer machen erfreulicherweise auch die Hinterpasseirer Musikkapellen mit.

Auch in der 7. Dekade boten regelmäßige Ausflüge eine schöne Abwechslung. Ausflugsziele waren Monte Baldo, Achensee, Winterausflüge nach Ratschings, Ahrntal und Sarntal. In den letzten Jahren besuchten wir jährlich ausgewählte Konzertveranstaltungen von höchstem Niveau: Egerländerkonzerte 2015 und 2017, German Brass Konzert, 3AB Brassband… Mit dem Besuch anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Trachtenblaskapelle Ramsau im Jahre 1991 im oberbayerischen Ramsau in der Gemeinde Reichertsheim, Landkreis Mühldorf am Inn wurde der Grundstein einer bis heute andauernden Freundschaft gelegt. Auch während der letzten 10 Jahre wurde diese Freundschaft gepflegt. Es fanden zwischen unseren Kapellen die beliebten Doppelkonzerte statt, wir reisten zum Herbstfest nach Haag an und besuchten zuletzt mit einer Abordnung das 50-Jahr-Jubiläumsfest unserer Partnerkapelle im letzten Jahr, welches aufgrund der unsicheren Lage durch die Pandemie kurzfristig und spontan organisiert und zu einem wunderbaren Fest wurde.

In Vereinsverwaltungs- und organisationstechnischer Hinsicht gab es zum Ende der letzten Dekade eine große Bewegung. Die DSGVO und die Reform des Dritten Sektors erforderten ein umsichtiges Handeln. So nutzte man den Anlass, den Verein als juristische Person des Privatrechtes einzutragen, um so in Zukunft u. a. haftungsrelevante Vorkehrungen zu treffen. Das Statut vom 07.01.1994 wurde grundlegend überarbeitet und sowohl an die vereinsinternen Gegebenheiten als auch den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen entsprechend angepasst. Am 24. September 2020 wurden die neue Satzung und die neue Rechtsform im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung und im Beisein des Notars Dr. Gregor Gruber einstimmig beschlossen. Offiziell lautet seither der Name des Vereins „Musikkapelle Walten in Passeier Ehrenamtliche Organisation“ und die Kurzform „MK Walten in Pass. EO“. Als Ergänzung zur neuen Satzung brachte der Vorstand im laufenden Jahr eine eigene Geschäftsordnung auf den Weg.

Seit Januar 2020 verfügt die Musikkapelle über einen zweiten Kapellmeister. Christian Gamper aus Ulten bzw. Proveis leitet den Klangkörper mit großer Kompetenz und pädagogischem Geschick. Berufsbedingt kann Christian Gamper die Kapelle nur von Herbst bis zum Hauptkonzert an Pfingsten leiten, sodass seine Konzertpremiere mit der Musikkapelle Walten aufgrund der Pandemieeinschränkungen erst in diesem Frühjahr erfolgte. Über die Sommermonate führt weiterhin Adolf Augscheller den Taktstock, neben seinem Kapellmeisterauftrag bei der Musikkapelle St. Martin. Einen größeren Wechsel auf Führungsebene erlebte der Verein anlässlich der Neuwahlen bei der Mitgliedervollversammlung am 10. September 2021. Dem Vereinsvorstand gehören nach 36 Jahren Adolf Augscheller und nach jeweils 30 Jahren Norbert Gögele, Peter Haller und Andreas Lanthaler nicht mehr an. Für ihren außerordentlichen und vorbildhaften Einsatz danken ihnen die Mitglieder der Musikkapelle und die Dorfgemeinschaft von Walten.

Mit dem Jahr 2022 begann für die Musikkapelle Walten ein besonderer Abschnitt ihrer Vereinsgeschichte. 70 Jahre nach ihrer Gründung konnte die Kapelle am 16. und 17. Juli ihr Bestandsjubiläum unter dem Motto „Feiern mit Freunden“ begehen. Nach den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren war das Jubiläumsfest ein umso schöneres Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Auch musikalisch bedeutete 2022 eine Rückkehr zur Normalität. Nach zwei pandemiebedingten Absagen fand erstmals seit 2019 wieder das traditionelle Pfingstkonzert statt. Gleichzeitig ging damit eine langjährige Tradition zu Ende: Nach 35 Jahren wurde das Jahreshauptkonzert zum letzten Mal am Pfingstsonntag abgehalten. 2023 brachte musikalisch einige Neuerungen. Das bereits für 2020 geplante Kirchenkonzert konnte im Februar unter dem Motto „O magnum mysterium“ endlich nachgeholt werden. Am 6. Mai fand erstmals das neu terminierte Frühjahrskonzert statt. Dabei erklangen mit der „NiJu-Polka“ von Kapellmeister Christian Gamper und „Frozen River“ von Julian Augscheller gleich zwei Kompositionen aus den eigenen Reihen. „Frozen River“ wurde an diesem Abend uraufgeführt und erstmals wirkten dabei auch mehrere Streicher bei einem Konzert der Musikkapelle Walten mit. Auch in der Jugendarbeit wurde 2023 eine neue Tradition begründet: Erstmals umrahmten die Jungmusikantinnen und Jungmusikanten im September die Gipfelmesse auf der Flecknerspitze und übernahmen im Dezember die musikalische Gestaltung einer Rorate. Beide Auftritte haben sich seither bewährt und sind zu wiederkehrenden Fixpunkten im Jahresprogramm der Jungmusikanten geworden.

Das Jahr 2023 sollte jedoch vor allem durch einen schweren Verlust in Erinnerung bleiben. Im November verstarb der langjährige Obmann Andreas Augscheller. Mehr als drei Jahrzehnte hatte er an der Spitze des Vereins gestanden und die Entwicklung der Musikkapelle entscheidend mitgeprägt. Sein Tod hinterließ eine große Lücke – nicht nur in der Vereinsführung, sondern vor allem in der Gemeinschaft der Musikkapelle. Mit Anton Augscheller, der Mitte Dezember 2023 das Amt des Obmanns übernahm, begann ein neuer Abschnitt. Gemeinsam mit den Kapellmeistern Christian Gamper und Adolf Augscheller sowie dem Vorstand und allen Musikantinnen und Musikanten wurde die Arbeit im Sinne von Andreas weitergeführt. Auch 2024 stand im Zeichen von Kontinuität und Aufbruch. Aufgrund der Sanierung des Vereinshauses in St. Leonhard fand das Frühjahrskonzert erstmals im Vereinssaal von Moos statt. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit der Passeirer Musikkapellen weiter intensiviert. Gemeinsame Marschproben, Auftritte als Talschaftskapelle und insbesondere das Projekt „Passeirer Blasorchester“ zeigten den starken Zusammenhalt der Musikkapellen im Tal. Erfreulich war zudem der Zuwachs in den eigenen Reihen. Junggebliebene und junge Musikanten fanden ebenso ihren Platz in der Kapelle wie ehemalige Mitglieder, die nach mehreren Jahren wieder zur Waltner Musig zurückkehrten.

2025 setzte sich diese positive Entwicklung fort. Mit insgesamt 48 Mitgliedern blieb die Musikkapelle ein wichtiger Bestandteil des Waltner Dorflebens. Rund jeder siebte Einwohner von Walten war damit aktives Mitglied der Kapelle. Besonders erfreulich entwickelte sich die Jugendarbeit. Zahlreiche Nachwuchsmusikanten befanden sich in Ausbildung, während junge Mitglieder beachtliche Erfolge erzielten. Johanna Augscheller absolvierte das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold mit sehr gutem Erfolg, Sarah Augscheller bestand die Stabführerprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. Auch die Marketenderinnen erhielten mit Judith Verdorfer Haller Verstärkung. Musikalischer Höhepunkt des Frühjahrs war das Jahreshauptkonzert, das erstmals im neuen Vereinshaus von St. Leonhard stattfand. Unter der Leitung von Christian Gamper widmete sich die Musikkapelle mit einem anspruchsvollen Programm dem Thema „Krieg“. Einen weiteren besonderen Auftritt stellte die musikalische Gestaltung der Messfeier beim Bezirksmusikfest in St. Martin dar. Im Herbst konnte nach fünfjähriger Pause wieder ein Egerländerkonzert veranstaltet werden. Unter der Leitung von Adolf Augscheller erklangen klassische Egerländer Melodien. Einen besonderen Akzent setzten Adolf und Sarah Augscheller mit gemeinsamen Gesangseinlagen. Das Konzert erinnerte zugleich an Ernst Mosch, den Gründer der Original Egerländer Musikanten, der 2025 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Neben den großen Konzerten blieb die Kapelle ihren traditionellen Aufgaben im Dorf und im Tal verbunden. Kirchliche Feiern, Prozessionen, Sommerkonzerte und Auftritte der Waltner Böhmischen gehörten ebenso zum Musikjahr wie die Teilnahme am Festumzug der Andreas-Hofer-Feier beim Sandwirt. Die Böhmische stellte sich zudem beim Wettbewerb „Echt Böhmisch“ in Pichl/Gsies einem musikalischen Vergleich. Auch die Zusammenarbeit über die eigene Kapelle hinaus blieb ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens. Die Verbindung zu den anderen Passeirer Musikkapellen wurde weiter gepflegt, ebenso die langjährige Freundschaft mit der Partnerkapelle Ramsau. Eine gemeinsame Wanderung der Obleute und Kapellmeister der Passeirer Kapellen sowie gemeinsame musikalische Unternehmungen unterstrichen diesen Zusammenhalt. So stehen die Jahre seit dem 70-jährigen Jubiläum für Tradition und Veränderung gleichermaßen. Auf die Rückkehr zu einem geregelten Vereinsleben nach der Pandemie folgten musikalische Neuerungen und ein Generationenwechsel, aber auch einer der schwersten Verluste der jüngeren Vereinsgeschichte. Zugleich zeigen eine lebendige Nachwuchsarbeit, neue Mitglieder und die Weitergabe von Verantwortung an die nächste Generation, dass die Musikkapelle Walten ihren Weg weitergeht. Was sie seit ihrer Gründung auszeichnet, bleibt dabei bestehen: die Freude an der Musik, die Kameradschaft, die Verbundenheit mit Walten und der gemeinsame Einsatz für eine lebendige Zukunft der Musikkapelle.

Diese 21 Musikanten bildeten den Grundstock der heutigen Musikkapelle Walten.

  • Franz Augscheller (Oberfeld) – 2. Flügelhorn
  • Johann Augscheller (Tscharf Hans) – Bariton
  • Anton Gufler (Pisn Tonig) – 2. Klarinette
  • Josef Gufler (Mooser Sepp) – 1. Klarinette
  • Anton Haller (Stadele) – 1. Trompete
  • Ferdinand Haller (Stadele Ferdl) – 1. Flügelhorn
  • Franz Haller (Wirts Franz) – Becken
  • Georg Haller (Rinne) – Tenorhorn
  • Gottlieb Haller (Lourdn) – F-Bass
  • Johann Haller (Kehler Hans) – 1. Klarinette
  • Josef Haller (Aue) – kl. Trompete
  • Josef Haller (Wirts Sepp) – B-Bass
  • Rudolf Haller (Stadele) – Bombardon
  • Vigil Haller (Stadele) – Es-Klarinette
  • Johann Lanthaler (Wans) – Tenorhorn
  • Pepi Lanthaler (Lodn Pepi) – 2. Klarinette
  • Franz Oberprantacher (Sinefeld) – 2. Tenorhorn
  • Vigil Pfitscher (Gonde) – Es-Trompete
  • Johann Platter (Stürmermandl) – gr. Trommel
  • Max Pichler (Pichl) – Es-Trompete
  • Valentin Pöhl (Tschaupitt) – 1. Flügelhorn